... ich bin Fotofan seitdem ich der Pubertät entsprungen bin, und das ist schon einige bewegende Jahre her. Alles fing mit einer Agfa-Fotobox an. Das war ein schwarzer Kasten mit einem Loch und Verschluss. Die Box war etwa 20 mal 12 mal 10 Zentimeter groß. Geschätzt! Durch das Loch, wurde ein Bild eingefangen. Bei einer besseren Box hatte das Loch sogar eine Linse. Der Verschluss schaffte eine zehntel Sekunde. Die Blende 8 nur wenn die Sonne lacht.
Dazu benötigte ich einen 6 x 9 cm Rollfilm auf einer Holzrolle. Fotografieren bedeutete damals eine ruhige Hand. In der Fotodrogerie wurde der Film entwickelt und davon Kontaktbilder abgezogen. Zwei Drittel waren verwackelt oder unscharf. Es versteht sich, nur schwarz-weiß. Man musste schon ein Spezialist sein, um schöne Fotos zu knipsen. Ich habe schöne Bilder „geknipst“.
Eine meiner ersten Freundinnen hatte ich nach Vollendung meiner Pubertät auch mal geknipst. Ich fand das Bild gelungen. Sie nicht. Sie fand sich nicht hübsch darauf. Sie war auch tatsächlich nicht hübsch. So war das mit dem Fotografieren. Da wurde nicht manipuliert. Später dann mit einer Kleinbildkamera und Verschlusszeiten von einer zweihundertstel Sekunde ging alles besser. Ich bekam hübsche Mädels, See- und Landschaften vor die Linse. Mit dem Kleinbildfilm für 36 Aufnahmen begannen sich aber die Negative anzusammeln.
Der Fotosport ging ins Geld. Manches Bild konnte ich an Zeitungen verkaufen. Es sammelte sich jedoch immer mehr Bilder- und Negativschrott an. Ich knipste, was ich vor die Linse bekam. Meine Frau aber fand, ich knipste nicht alles. Ich knipste nur Warnemünder Segelboote. So setzte ich sie als Model ein. Mal als stillende Mutter, mal als kokettes Girl. Die Negative sammelten sich weiter an. 5.000, 10.000? Ich weiß es nicht. Manche sind katalogisiert, andere lagern wahllos in Kisten.
Das änderte sich, als die digitale Fotografie aufkam. Jetzt konnte ich auf der Festplatte meines Computers abspeichern. Aber die Anzahl der Fotos steigerte sich mindestens um das Zehnfache. Gut, man konnte Ordner anlegen und sie auf CD-R speichern. Der Ordner wurde immer größer. Dazu sammelten sich aktuelle Bilder aus Warnemünde, von unseren Ferien auf Teneriffa oder den Kreuzfahrten. Ich bin mittlerweile zugeschüttet von digitalen Fotos. Als ich neulich ein bestimmtes Bild suchte, dauerte es zwei Tage, bis ich es fand. So ist das mit der modernen Fotografie. Von der Hochzeit meines Sohnes habe ich wohl 300 Fotos geschossen, von meiner eigenen gerade mal 12 Stück.
Das heute mal ganz kurz über die Heimfotografie im Allgemeinen. Aber das geht allen Hobbyfotografen ähnlich. Das meint heute Ihr Warnemünder Gerhard Martens |
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