Ein Hochdruckgebiet über Deutschland machte es möglich: Kaiserwetter von München bis Warnemünde. Angesichts des trüben Wetters im Vormonat waren viele Pessimisten davon überzeugt, dass sich der meteorologische Zustand auch im Mai so weiter fortsetzt.
Das tat es glücklicherweise nicht! Über Warnemünde schien in den letzten Tagen vom frühen Morgen bis zum späten Abend die Sonne. Einheimische meinten, in früheren Jahren wäre der Kaiser bei solch einem Wetter an die Ostseeküste gereist. Den Kaiser gibt es nicht mehr, dafür aber das nach ihm benannte schöne Kaiserwetter.
Trotz der intensiven Sonneneinstrahlung blieb es im Seebad angenehm kühl. Durch die Erwärmung des Binnenlandes mit aufsteigender Warmluft entstand ein Sog, der wiederum die kühle Meeresluft anzog. So war es am Strand relativ kalt, hundert Meter weiter im Ortskern aber bereits angenehm und frühlingshaft warm. Dieser Umstand sorgte dafür, dass die Außenplätze der Cafés und Restaurants im Ortskern ausgebucht waren.
Dichter Seenebel
Nebel im Frühjahr ist bekanntlich an der Küste nichts Ungewöhnliches. Warnemünde wurde in den letzten Tagen allerdings mehrmals mit plötzlich auftretendem Nebel konfrontiert.
Die Einheimischen und Urlauber konnten den Nebel in den frühren Morgenstunden
zwar nicht sehen, aber dafür hören. Und das, obwohl Warnemünde seit einigen Jahrzehnten gar kein Nebelhorn mehr in Betrieb hat.
Aber der Schiffsverkehr auf der Warnow sorgte für notwendige Nebelsignale. Jedes Schiff verfügt zwar über Radargeräte, aber sie lassen trotzdem alle ihre Typhone ertönen. Es könnten sich auch kleinere Boote auf dem Wasser befinden, die mit dem Radar nicht auszumachen sind.
So dröhnte das Hupen in diesen Nebelstunden über den ganzen Ort. Dass die Signale auch überall zu hören waren, dafür sorgte ein leichter Ostwind. Am letzten Sonnabend waren zeitweise weder die Spitze des Leuchtturmes, noch die obersten acht Etagen des Hotels NEPTUN zu sehen. Südlich der Warnemünder Kirche war nichts mehr von Nebel zu spüren. Hier schien die Sonne ungehindert auf den Ort.
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